Eine Planetenkonjunktion ist, wenn mehrere Planeten gleichzeitig in einem kleinen Bereich des Himmels erscheinen. In der Antike konnten Menschen nur fünf Planeten mit bloßem Auge sehen: Jupiter, Mars, Merkur, Venus und Saturn. Wenn alle fünf Planeten gleichzeitig in einem kleinen Bereich des Himmels (zum Beispiel innerhalb eines Winkels von 45°, wie es im Qing-Dynastie-Observatorium festgelegt wurde) erscheinen, wird dies als „Fünf-Sterne-Konjunktion“ bezeichnet und wurde traditionell als „göttliches Omen“ betrachtet. Tatsächlich ist es jedoch so, dass die Umlaufbahnen der Planeten um die Sonne relativ nahe beieinander liegen (mit einem maximalen Unterschied von etwa 10°) und ihre Umlaufzeiten unterschiedlich sind, wobei einige Planeten schneller und andere langsamer um die Sonne kreisen. Daher erscheint es auf der Erde ganz natürlich, dass sich die Planeten zeitweise näherkommen und wieder voneinander entfernen, ohne dass dies eine besondere Bedeutung hätte. Die Behauptung, dass eine Planetenkonjunktion Gravitationskräfte erzeugen könnte, die auf der Erde zu Katastrophen führen, ist ebenfalls wissenschaftlich nicht fundiert. Abgesehen von der Sonne und dem Mond haben andere Himmelskörper nur einen sehr geringen Einfluss auf die Gezeiten auf der Erde. Der Einfluss der Venus ist am größten, doch selbst dann beträgt ihre Gezeitenkraft nur ein Zwanzigstel der Gezeitenkraft des Mondes. Die Gezeitenkraft des Mondes und der Sonne verursacht auf der Erde Ebbe und Flut, wobei die Höhe der Gezeiten normalerweise zwischen zwei und fünf Metern und maximal über zehn Metern liegt. Im Vergleich dazu würde selbst eine Konjunktion aller Planeten in einer Linie nur zu einer Gezeitenänderung von 0,4 Millimetern führen und könnte daher keine Katastrophen verursachen.

