Cäsium ist das 55. Element im Periodensystem und gehört zur ersten Hauptgruppe des fünften Periodensystems. Cäsium hat eine besondere Eigenschaft: Es verträgt kein Sonnenlicht. Wenn es dem Sonnenlicht ausgesetzt wird, verwandelt es sich schnell in eine schlammige Masse. Warum ist das so? Ursprünglich ist Cäsium sehr lichtempfindlich, und selbst sehr schwaches Licht sowie Lichtwellen im Infrarot- und Ultraviolettbereich können einen Energiezustandswechsel bewirken, Elektronen freisetzen und Strom erzeugen, was als „Photoeffekt“ bezeichnet wird. Wissenschaftler des Nationalen Normlaboratoriums Deutschlands nutzten diese Eigenschaft von Cäsium, indem sie es auf Aluminiumfolien aufsprühten, um „Photozellen“ herzustellen, die Licht in Elektrizität umwandeln. Je stärker das einfallende Licht ist, desto größer ist der erzeugte Strom. Dank der Erfindung der Photozelle entstand das Fernsehen. Bei der Produktion von Fernsehsendungen wandeln Photozellen das Licht der aufgenommenen Objekte in unterschiedlich starke elektrische Signale um, die dann von Fernsehsendern in Form von elektromagnetischen Wellen gesendet und in Fernsehern empfangen werden, wo sie in Bilder umgewandelt werden. Die Anwendungen von Photozellen sind sehr vielfältig. Sie können in Automatisierungsgeräten als Schalter oder Alarmgeräte verwendet werden und auch in Photovoltaikzellen, die Sonnenenergie in Elektrizität umwandeln.
Die hervorragenden photoelektrischen Eigenschaften von Cäsium können auch zur Herstellung von Infrarot-Teleskopen für militärische Aufklärung, Grenzpatrouillen oder die Nachtschifffahrt von Kriegsschiffen verwendet werden. Cäsium empfängt die von den Zielen reflektierten Infrarotstrahlen und erzeugt Elektronenstrahlung, die auf einen Bildschirm trifft und sichtbare Bilder erzeugt.
Cäsium hat auch eine weitere Besonderheit: Es ist das weichste Metall. Die Mohs-Härte von Cäsium beträgt nur 0,2, und es kann mit einem Messer wie ein Apfel in jede gewünschte Form geschnitten werden. Sein Schmelzpunkt ist ebenfalls sehr niedrig und beträgt nur 28,4 °C, womit er nach Quecksilber der zweitniedrigste Schmelzpunkt aller Metalle hat. Im Sommer schmilzt es wie Eis. Kein Wunder, dass man es als „Prinzessin des Metallreichs“ bezeichnet. Allerdings sollten Sie sich von diesen Eigenschaften nicht täuschen lassen. Wenn es der Luft ausgesetzt wird, entzündet es sich selbst und Sie sollten es nicht mit Wasser löschen, da es dann noch „unartiger“ wird und wie Sprengstoff explodieren kann. Um Cäsium „brav“ zu halten, muss es daher in Kerosin „gefangen“ werden und von der Außenwelt isoliert werden.

