Wir können ein kleines Experiment durchführen: Packen Sie ein paar Bücher in Ihren Rucksack, etwa 2 Kilogramm sollten reichen. Zuerst greifen Sie mit der Hand in die Rucksackträger und halten den Rucksack eine oder zwei Minuten lang in der Luft. Dann binden Sie einen dünnen, starken Faden (je dünner der Faden, desto besser) an den Rucksack und halten ihn mit der Hand eine oder zwei Minuten lang in der Luft. Sie werden feststellen, dass Ihre Hand beim Halten des Fadens schmerzt, während Sie beim Halten der Träger keine Schmerzen verspüren. In beiden Fällen ist die Kraft, die auf Ihre Hand wirkt, gleich, aber das Empfinden ist unterschiedlich. Der Grund dafür liegt darin, dass unsere Wahrnehmung (oder die Wirkung der Kraft) nicht nur von der Kraft selbst, sondern auch von der Fläche abhängt, auf die die Kraft einwirkt. In der Physik beschreiben wir diesen Effekt mit dem Begriff „Druck“. Einfach ausgedrückt ist der Druck gleich der Kraft, dividiert durch die Fläche. Beim Tragen des Rucksacks wirkt die gleiche Kraft auf Ihre Hand, aber die Fläche, auf die die Kraft einwirkt, ist beim Faden kleiner, daher ist der Druck höher und die Wirkung der Kraft stärker, weshalb es beim Tragen des Fadens wehtut.
Wenn Sie sich eine Nagel näher ansehen, werden Sie feststellen, dass der Kopf, der mit der Hand in Kontakt ist, eine größere Fläche hat, während die Spitze, die mit dem Holz in Kontakt ist, eine sehr kleine Fläche hat. Wenn Sie mit der Hand auf den Nagel drücken, wirkt die gleiche Kraft auf das Holz wie auf Ihre Hand. Da jedoch die Fläche, auf die der Kopf des Nagels wirkt, hundertmal größer ist als die Fläche, auf die die Spitze des Nagels wirkt, ist der Druck auf das Holz hundertmal größer als der Druck auf Ihre Hand. Daher können wir den Nagel problemlos mit der Hand in das Holz drücken.

