Raumteleskope haben Vorteile, die Bodenteleskope nicht erreichen können: keine Absorption und Streuung verschiedener elektromagnetischer Wellen durch die Atmosphäre, keine Störungen durch atmosphärische Turbulenzen. Allerdings ist es nicht einfach, ein großes Raumteleskop zu bauen. Die Platzierung eines Teleskops im Weltraum ist aufgrund der Schwerelosigkeit sehr schwierig zu steuern. Ein weiteres Problem ist die Erde: Die meisten derzeitigen Weltraumteleskope befinden sich nicht in einer sehr hohen Umlaufbahn, und die Beobachtungsqualität und -effizienz des Teleskops werden durch die Erde stark beeinträchtigt.
Wenn es einen Ort ohne Atmosphäre gäbe, an dem man ein großes Teleskop bauen könnte, wäre das perfekt. Dieser Ort ist unser Mond. Auf dem Mond gibt es keine Atmosphäre und daher keine Winde, sodass astronomische Beobachtungen nicht gestört werden. Teleskope, die auf dem Mond gebaut werden, werden „mondbasierte Teleskope“ genannt. Die Schwerkraft des Mondes beträgt nur ein Sechstel der Erde, sodass der Bau auf dem Mond viel einfacher ist als auf der Erde. Die geologische Aktivität auf dem Mond ist sehr gering. Die Stärke der Mondbeben beträgt nur ein Hundertstel der Stärke von Erdbeben, und menschliche Aktivitäten stören den Mond überhaupt nicht. Der wichtigste Vorteil ist, dass der Mond sehr lange Nächte hat! Die Umdrehungszeit und die Umlaufzeit des Mondes sind identisch und betragen einen Monat, sodass es eineinhalb Monate lang Nacht ist. Außerdem ist der Himmel auf dem Mond auch tagsüber schwarz, da es keine Atmosphäre gibt. Auf diese Weise können wir sehr lange Belichtungszeiten durchführen und weit entfernte und schwache Objekte beobachten.

