Eine Legende besagt, dass in der Antike ein großes Herrenhaus in Brand gesetzt wurde, wobei alle Möbel, Geld und Kleidung zerstört wurden. Doch in den Ruinen fanden die Menschen einige Goldbarren. Woher kamen sie? Es stellte sich heraus, dass die Familie früher reich war und viele Goldgegenstände und -schmuckstücke besaß. Obwohl diese bei dem Feuer geschmolzen und verformt wurden, waren sie nicht vollständig zerstört, sondern verschmolzen zu Goldbarren, die immer noch glänzten. Daher betrachteten die Menschen Gold seit jeher als kostbar und verliehen ihm den Ruf „Echtes Gold fürchtet kein Feuer“.
Gold schmilzt bei Temperaturen über 1064 °C. Tatsächlich ist echtes Gold nicht unempfindlich gegen Feuer, da sein Schmelzpunkt mit 1064 °C nicht besonders hoch ist. Die alten Menschen beherrschten schon sehr früh die Verarbeitung von Gold. Gold konnte dem „Zauber“ des Feuers entkommen, vor allem weil es äußerst inaktiv und chemisch sehr beständig ist. Das, was wir normalerweise als Gold bezeichnen, ist ein Edelmetallelement mit der größten Besonderheit, dass es chemisch sehr stabil ist und kaum mit anderen Substanzen reagiert. Sowohl bei Raumtemperatur als auch bei hohen Temperaturen reagiert Gold nicht mit Sauerstoff, weshalb wir keine Anzeichen von Rost auf Goldgegenständen sehen. Gold ist auch gegenüber normalen Säuren und Laugen resistent und daher im Vergleich zu Metallen wie Kupfer und Eisen besonders korrosionsbeständig. Selbst die sehr oxidative Salpetersäure kann Gold nicht angreifen, und nur mit Königswasser (einer Mischung aus konzentrierter Salpetersäure und Salzsäure im Verhältnis 1:3) kann Gold gelöst werden. Aufgrund seiner chemischen Beständigkeit ändert sich Gold auch bei hohen Temperaturen nur in seiner Form, nicht aber in seiner Beschaffenheit, und seine Oberfläche glänzt nach dem Abkühlen immer noch! Wenn die Temperatur weiter erhöht wird und Gold seine Schmelztemperatur überschreitet, schmilzt es, aber selbst beim Schmelzen verdampft es nur wenig, und das geschmolzene Gold hat dieselbe Farbe und Glanz wie vorher, wobei die Qualität fast unverändert bleibt.
Im Hinblick auf den Standard „Echtes Gold fürchtet kein Feuer“ gibt es eine weitere „echte Goldart“, die noch wertvoller ist als Gold: das sogenannte Weißgold. Tatsächlich ist Weißgold kein Goldelement, sondern ein anderes Metall namens Platin. Platin hat eine silberweiße Oberfläche und ist noch hitzebeständiger als Gold. Selbst bei 1750 °C verfärbt oder schmilzt es nicht und zeigt keine Anzeichen von Korrosion. Kein Wunder, dass Platin im Labor häufig zur Aufbewahrung von Chemikalien bei hohen Temperaturen verwendet wird. Chemikalien schmelzen und reagieren in Platinkolben, während das Platin selbst unverändert bleibt. Es ist sowohl hitzebeständig als auch chemisch sehr stabil, was seine Widerstandsfähigkeit gegen hohe Temperaturen und seine außergewöhnliche Beständigkeit unterstreicht.

