Bei ihrer Migration versammeln sich Wildgänse immer zu Dutzenden, Hunderten oder sogar Tausenden und fliegen hintereinander. Die alten Menschen nannten dies den Gänsezug. Der Gänsezug wird von einem erfahrenen Anführer geführt. Wenn sie schneller fliegen, bildet die Gruppe ein „M“-förmiges Muster. Sobald sie langsamer werden, wechselt die Form wieder zu einer „1“-förmigen Schlange. Dies ist eine effektive Maßnahme für lange Migrationsflüge.
Aerodynamiker haben herausgefunden, dass während des Fluges der Luftdruck auf der Unterseite des Flügels eines Flugzeugs höher ist als auf der Oberseite. Dieser Druckunterschied sorgt nicht nur für Auftrieb, sondern führt auch dazu, dass die Luft unterhalb der Flügelspitzen nach oben abgelenkt wird und zwei induzierte Wirbel entstehen. Diese induzierten Wirbel erzeugen einen Aufwind auf der Außenseite des Flügels und einen Abwind auf der Innenseite und verursachen induzierten Widerstand für das Flugzeug.
Wildgänse erzeugen während des Fluges ähnliche induzierte Wirbel an den Flügelspitzen. Wenn die Gänse in einem „M“-förmigen Zug fliegen, profitieren alle Gänse außer dem Anführer vom Aufwind, der durch die induzierten Wirbel erzeugt wird, und sparen so Energie. Da der Anführer diesen Aufwind nicht nutzen kann, ist er der am stärksten erschöpfte der Gruppe. Die Gänse wechseln sich daher beim Anführen ab, um sicherzustellen, dass alle Mitglieder ihr Ziel erreichen können.

