Waren Sie in Ihrer Kindheit auch fasziniert von schönen Seifenblasen? Wussten Sie, warum Seifenwasser Blasen bildet, normales Wasser aber nicht? Hier spielt die Oberflächenspannung eine entscheidende Rolle. Die Oberflächenschicht von Flüssigkeiten unterscheidet sich von der inneren Schicht dadurch, dass die Moleküle dort weniger dicht angeordnet sind und die Wechselwirkungen zwischen den Molekülen hauptsächlich durch Anziehungskräfte erfolgen, die wir als „Oberflächenspannung“ bezeichnen. Diese Kraft führt dazu, dass sich die Oberflächenschicht der Flüssigkeit zusammenzieht wie eine elastische Membran. Im Sommer können einige Insekten auf Wasseroberflächen problemlos herumlaufen, als würden sie auf festem Boden gehen. Eine der Ursachen dafür ist die Oberflächenspannung des Wassers. Darüber hinaus sorgt die zusammenziehende Tendenz dieser „elastischen Membran“ dafür, dass die Oberfläche der Flüssigkeit so klein wie möglich wird, weshalb Tautropfen zu Kugeln geformt werden. Natürlich ist auch der Grund dafür, dass Seifenblasen eine Kugelform haben.
Aber bilden Seifenwasser nun mehr oder weniger Oberflächenspannung als normales Wasser? Nehmen Sie zwei gleiche, saubere Becher und gießen Sie Seifenwasser und reines Wasser hinein. Füllen Sie die Becher fast bis zum Rand und gießen Sie dann tropfenweise hinzu, bis der Rand überfließt. Sie werden feststellen, dass der Rand des Bechers mit reinem Wasser eine höhere Erhebung bildet als der mit Seifenwasser. Das bedeutet, dass die Oberflächenspannung von Seifenwasser geringer ist als die von reinem Wasser. Da die Oberflächenspannung von Wasser sehr hoch ist, haftet das Wasser sehr stark aneinander und es ist schwierig, Blasen zu erzeugen. Wenn Seife in Wasser gelöst wird, verringert sich die Oberflächenspannung des Wassers, sodass es leichter ist, Blasen zu erzeugen. Ähnlich wie bei einem Ballon: Wenn das Material zu elastisch ist, ist es schwierig, ihn aufzublasen, während ein Ballon mit der richtigen Spannung leicht zu großen Blasen aufgeblasen werden kann.

