Zugvögel, wie zum Beispiel Gänse, wandern jedes Jahr zwischen ihren Brut- und Überwinterungsgebieten hin und her, um zu überleben, und ihre Wanderungen unterliegen einem starken Zeitrhythmus. Die alten Chinesen bemerkten schon früh die Beziehung zwischen der Wanderung der Zugvögel und dem Wechsel der Jahreszeiten. „Mehrere frühe Schwalben kämpfen um die warmen Bäume, und welche neuen Schwalben picken im Frühjahr an der Erde?“ beschreibt die Szene im Frühjahr, und „Wann kommen die Wildgänse an, und wie viele sind es?“ signalisiert den Beginn des Herbstes. In einigen abgelegenen ländlichen Gebieten leiten die wandernden Zugvögel die landwirtschaftliche Arbeit ein. Zum Beispiel entscheiden die Miao-Leute im Hengduan-Gebirge, wann sie die Reispflanzung beginnen, basierend auf der Zeit, zu der die Goldschwänze zurückkehren. Aber wie wissen die Zugvögel, wann sie mit der Wanderung beginnen sollen?
Dies könnte mit einer anderen Frage zusammenhängen, nämlich warum Vögel überhaupt wandern. Auf diese Frage gibt es bisher keine einheitliche Antwort. Es gibt Faktoren wie Nahrung und Temperatur. Für einige Vögel ist ein Ort normalerweise nicht geeignet, um das ganze Jahr dort zu leben. Sie müssen im Sommer in die nördlichen Gebiete mit reichlich Nahrungsressourcen ziehen, um ihre Nachkommen besser aufzuziehen, und im Winter in die südlichen Gebiete mit relativ warmem Wetter und mehr Nahrungsressourcen zurückkehren. Forscher haben jedoch auch festgestellt, dass die Migrationszeit einiger Vögel nicht mit Änderungen der Nahrungs- und Temperaturbedingungen zusammenhängt. Sie beginnen ihre Wanderung lange vor diesen Änderungen. Daher wird angenommen, dass die Sonneneinstrahlungsdauer ein wichtiger Faktor für die Migration der Zugvögel ist. Im Frühjahr nimmt die Sonneneinstrahlungsdauer in der nördlichen Hemisphäre allmählich zu, und der Melatoninspiegel in den Vögeln sinkt, während der Sexualhormonspiegel ansteigt. Der Drang zur Fortpflanzung veranlasst die Zugvögel, in den Norden zurückzukehren. Nahrung, Temperatur und Sonneneinstrahlung sind äußere Faktoren für die Migration der Vögel. Tatsächlich ist es der innere biologische Rhythmus der Vögel, der bestimmt, wann sie mit der Migration beginnen sollen. Dieser biologische Rhythmus wurde über Jahrhunderte hinweg durch Nahrung, Temperatur und Sonneneinstrahlung reguliert und ist sehr empfindlich geworden.
Die Migration ist ein Wettlauf gegen die Zeit, der weder zu früh noch zu spät beginnen darf. Studien zeigen, dass, obwohl Gänse, die früher Eier legen, eine höhere Schlüpfungsrate und mehr Nachkommen aufziehen können, ein zu früher Beginn der Migration für erwachsene Vögel ein riskantes Unterfangen ist. Im Norden erwartet sie entweder ein milder Frühling oder eine eisige Landschaft. Wenn die Migration zu spät beginnt, werden die Gänseküken später schlüpfen und mit Nahrungsmangel konfrontiert sein. Daher ist es für Zugvögel besonders wichtig, einen geeigneten Zeitpunkt für den Beginn der Migration zu wählen.

