Ameisenbären ernähren sich fast ausschließlich von Ameisen und Termiten und sind eine in Amerika beheimatete Tierart. Allerdings sind Ameisen und Termiten Insekten, die entweder im Boden oder in Bäumen versteckt sind, und wie sollen sie diese großen Insekten fressen?
Ameisenbären haben keine Zähne und gehören zu einer sehr alten Säugetierart, von der heute nur drei Arten existieren: der Große Ameisenbär, der Zweifingerameisenbär und der Kleine Ameisenbär. Der Große Ameisenbär ist der größte und lebt auf dem Boden. Er ist 2–2,4 Meter lang, sein Schwanz ist fast halb so lang wie sein Körper, und er wiegt über 30 Kilogramm. Der Zweifingerameisenbär ist der kleinste und lebt in Bäumen. Sein Hauptmerkmal ist, dass er nur zwei Zehen an seinen Vorderpfoten hat, während die anderen Zehen verkümmert sind. Allerdings ist sein Schwanz sehr beweglich und er kann damit Äste wie eine Hand greifen. Der Kleine Ameisenbär ist eine Mischform und kann sowohl auf dem Boden als auch in Bäumen leben.
Ameisenbären sind die einzigen überlebenden Arten der Unterordnung Spongicola aus der Ordnung Xenarthra. Wie ihr Name schon sagt, ist ihre Zunge eine „unglaubliche Waffe“ – sie ist dünn, lang und weich. Beim Großen Ameisenbären ist die Zunge 30 Zentimeter lang und mit Schleim bedeckt, womit er Ameisen und Termiten aus ihren Löchern holen kann. Darüber hinaus haben Ameisenbären einen sehr empfindlichen Geruchssinn und können die Ameisenkolonien schon aus großer Entfernung riechen. Ihre Vorderpfoten sind sehr entwickelt: Der dritte Zehen des Großen Ameisenbären kann bis zu 10 Zentimeter lang werden und er kann damit Ameisennester aufbrechen und die Ameisen plündern, wenn es nötig ist.
Neben Ameisenbären gibt es noch andere Tiere, die sich hauptsächlich von Ameisen ernähren, wie z. B. der Kurzschnabel-Stachelschwein in Australien, das Gürteltier in Amerika, das Schuppentier in Asien und Afrika sowie der Erdferkel in Afrika. Ameisenfresser gehören meist zu den ursprünglichsten Säugetieren und sind auch sehr weit entfernt miteinander verwandt. Allerdings haben sie nicht nur ein ähnliches Aussehen, sondern auch einen schmalen Kopf, eine lange, schlanke Zunge und scharfe Krallen an ihren Vorderpfoten. Das sind alles ausgezeichnete Werkzeuge zum Fangen von Ameisen! Dieses Phänomen, bei dem ähnliche Lebensweisen zu ähnlichen Körperformen und Verhaltensweisen führen, wird in der Biologie als „konvergente Evolution“ bezeichnet.

