Mäuse sind nicht zu unterschätzen. Sie stehlen nicht nur Nahrung, sondern bringen sie auch noch nach Hause. Wenn man die Löcher von Mäusen wie Hamstern aufstößt, findet man darin oft Mais, Reis, Erdnüsse, Sonnenblumenkerne und andere Lebensmittel, als wäre es ein Lebensmittelgeschäft. Warum aber lagern Mäuse, die in Getreidespeichern und Wohnräumen leben, wo es ihnen an nichts mangelt, überhaupt Nahrungsmittel?
Tatsächlich ist das Lagern von Nahrungsmitteln eine „gute Tradition“ vieler Nagetiere, einschließlich der Eichhörnchen. Sie lagern Samen in Zeiten des Überflusses, um im Winter, wenn die Nahrungsmittel knapp werden, davon zu zehren. Mäuse lagern ihre Nahrung im Allgemeinen entweder zentral oder dezentral. Bei der zentralen Lagerung werden die Nahrungsmittel in einigen wenigen zentralen „Speichern“ aufbewahrt. Der Vorteil davon ist, dass man später leicht darauf zugreifen kann, der Nachteil jedoch ist, dass viele Samen von weit her transportiert werden müssen, und wenn sie von skrupellosen Tieren gestohlen werden, besteht die Gefahr, dass sie hungern. Bei der dezentralen Lagerung werden die Samen an verschiedenen Orten versteckt oder sogar vergraben, was weniger Aufwand erfordert und auch bei einem Verlust keine große Rolle spielt. Allerdings ist es sehr schwierig, sie wiederzufinden, und einige Samen keimen, weil sie nie gefunden werden, sodass aus der „Nahrungslagerung“ eine „Baumpflanzung“ wird.
Das Lagern von Nahrungsmitteln ist eine wichtige Angelegenheit für den Winter. Bei der Lagerung von Nahrungsmitteln sind Mäuse auch sehr wählerisch und werfen beispielsweise wurmbefallene oder unvollständige Samen weg. Der Spruch „Wer Nahrung hat, hat keine Sorgen“ gilt auch für Mäuse. Nur mit Nahrung können Mäuse einen ruhigen Winter verbringen.
Natürlich gibt es auch viele Mäuse, die keine Angewohnheit haben, Nahrungsmittel zu lagern. Diese „faulen“ Mäuse müssen in der kalten Jahreszeit bei Wind und Wetter nach Nahrung suchen und werden manchmal selbst zur Beute anderer Tiere.

